FAQ

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1. Woran erkenne ich einen effizienten Motor?

Elektromotoren werden nach der IEC 60034-30-1 in IE Effizienzklassen eingestuft. Je höher die Zahl, desto effizienter ist der Motor. IE3 oder IE4 sind heue effiziente Motoren. Alle Informationen zu Effizienzklassen von Motoren finden sie unter Normen & Vorschriften.


2. Kann man mit einem Frequenzumrichter Energie sparen?

Ein Frequenzumrichter selber spart keine Energie - im Gegenteil. In geschlossenen Systemen können (z.B.: bei Lüftungsanlagen oder Pumpkreisläufen) durch die Reduzierung der Drehzahl gegenüber einer Drosselung Einsparungen von über 40% erreicht werden. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Merkblatt 25: Frequenzumrichter.


3. Wie erkenne ich, ob und wieviel Einsparpotential meine Motoren haben?

Topmotors hat während mehr als 10 Jahren eine Vielzahl von Praxiserfahrungen in der Industrie und bei Prokilowattprogrammen gesammelt. Daraus entwickelte sich die 4-Schritt Analysemethode Motor-Systems-Check, die Anwendern hilft, nicht nur die Motoren, sondern das gesamte Antriebssystem inkl. aller Komponenten (FU, Motor, Transmission, Anwendung, etc.) zu erfassen und ein Einsparpotential abzuschätzen. Der Motor-System-Check hilft Ihnen, aus einer Vielzahl von Motoren die grössten Einsparpotentiale zu erkennen. Die kostenlosen Software Tools erleichtern die systematische Analyse des gesamten Maschinenparks.


4. Welche Motoren darf ich aktuell in der Schweiz einsetzen? Wie sind die gesetzlichen Mindestanforderungen?

Die aktuelle Gesetzeslage sowie die gültigen Mindestanforderungen finden Sie in Normen & Vorschriften.


5. Gibt es Möglichkeiten, Fördermittel für effizienzsteigernde Massnahmen zu bekommen?

Ja. Informationen und Ansprechpersonen zu diesem Thema finden Sie unter Förderprogramme.


6. Wo kann ich lernen, wie man ein Antriebssystem richtig dimensioniert und effizient betreibt?

Topmotors bietet in der Rubrik Wissen eine Vielzahl von Dokumenten mit wertvollen Informationen kostenlos an. Die Merkblätter liefern Ihnen ein umfangreiches Grundlagenwissen zu spezifischen Technologien und Themen. Zudem bieten wir regelmässig Veranstaltungen wie Workshops zu wechselnden Themen oder den Motor Summit an, bei denen Fachexperten die neusten Erkenntnisse präsentieren und sich die Teilnehmer untereinander austauschen. Neu veranstaltet Topmotors jetzt auch Webinare zu wechselnden Themen. Eine intensive Weiterbildung rund um das Thema effiziente Antriebssysteme in der Industrie erhalten Sie während 6 Tagen an unserem Weiterbildungskurs Industrielle Energieoptimierung (IEO).


7. Was sind Harmonische (Schwingungen)?

Oberschwingungen oder Oberwellen werden oft auch als Harmonische bezeichnet. Sie entstehen im Frequenzumrichter (FU) während der Frequenzmodulation und haben einen negativen Einfluss auf  den Wirkungsgrad des Motors und das Versorgungsnetz. Details und ausführliche Informationen zu Frequenzumrichter finden Sie in unserem Merkblatt 25: Frequenzumrichter.


8. Wo finde ich als Hersteller die für mein Produkt relevanten gesetzlichen Anforderungen?

Die Energieverordnung verweist im Anhang 2.10 auf die europäische Ecodesign Richtlinie Nummer 640. Sie legt im Detail fest, unter welchen Bedingungen ein Motor die Anforderungen erfüllen muss. Alle Details finden Sie unter Normen & Vorschriften.


9. Mein neuer Motor braucht mehr Strom als der alte. Wie kann das sein?

Ein "neuer" Motor z.B. IE3 hat gegenüber einem "alten" Motor, z.B. IE1 geringere Verluste. Dadurch hat der Motor aber auch einen geringeren Schlupf und damit eine um etwa 1 bis 3% höhere Drehzahl. Wenn z.B. bei einer Pumpe oder einem Ventilator der alte Motor 1:1 durch einen effizienteren ausgetauscht wird, läuft die Anlage schneller und fördert damit unnötigerweise mehr Luft oder Wasser. Damit nimmt sie mehr elektrische Leistung auf. Dieser Mehrverbrauch kann gleich oder sogar grösser als der Minderverbrauch durch die bessere Effizienz des Motors sein. Daher muss die neue Nenndrehzahl unbedingt an die alte Drehzahl angepasst werden. Mehr Informationen zu dieser Problematik finden Sie im Merkblatt 25: Frequenzumrichter.


10. Soll ich auf meinen alten und überdimensionierten Motor einen FU draufsetzen?

Ältere Motoren (über 10 Jahre) sind nicht unbedingt geeignet, von einem Frequenzumrichter gespiesen zu werden. Die im FU auftretenden Schaltflanken der Spannung können die Isolation der Statorwicklungen in kurzer Zeit beschädigen. Die Überdrehzahl ist begrenzt. Bei kleineren Drehzahlen ist u. U. eine Fremdkühlung nötig. Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt 25: Frequenzumrichter.


11. Stimmt es, das IE1 Motoren bei kurzen Taktzeiten effizienter sind als IE3 Motoren, weil diese aufgrund ihrer höheren Masse ein höheres Trägheitsmoment haben?

Gemäss der geltenden Energieeffizienzverordnung, Anhang 2.7, sind heute in der Schweiz für Motoren zwischen 0.75 und 375 kW mit 2, 4 oder 6 Polen nur die Effizienzklasse IE3 (oder allenfalls IE2 plus Frequenzumrichter) zulässig. IE1 sind nicht mehr für den Handel zugelassen.

Was man sagen kann ist, dass effizientere Motoren im Allgemeinen mit leicht schwereren Rotoren ausgestattet sind. Dadurch haben Sie ein höheres Trägheitsmoment und brauchen etwas mehr Zeit (Sekundenbruchteile), um auf die volle Drehzahl zu kommen oder Drehzahländerungen umzusetzen. Dieser Effekt ist bei allen normalen Betriebsweisen (S1, und intermittierend S2, S3, etc. gemäss IEC 60034-1) nicht wichtig und nur für FU-gespeiste Servomotoren, die rasche Winkeländerungen machen, von Bedeutung. Diese Motortypen sind allerdings vom Geltungsbereich der gesetzlichen Mindestanforderungen ausgenommen. Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt Nr. 13 Wirkungsgrade und unter Normen & Vorschriften.


12. Was gilt es zu beachten, wenn ich den Netzdruck in meinem Druckluftnetz reduzieren möchte um Energie zu sparen?

Eine Reduktion des Netzdrucks um 1 bar hat Einsparungen in der Grössenordnung von 10% zur Folge. Ob eine Reduktion möglich ist, ist von vielen Faktoren abhängig (z.B. Art der Verbraucher, benötigter Druck, Leitungsnetz, Druckverluste, etc.).

Ist das System gut geplant, sind die Verbraucher mit den höchsten Anforderungen (z.B. höchster Netzdruck) in der Nähe der Kompressoren und nicht erst am Ende eines langen Leitungsnetzes mit hohen Verlusten. Der eingespeiste Netzdruck braucht dann nur so hoch zu sein, wie die Anwendung mit dem höchsten geforderten Druck benötigt. So müssen die Netzverluste nicht noch addiert werden, damit «hinten noch genug ankommt». Sonst wäre der Druck im gesamten Netz nur für diese eine Anwendung so hoch und alle anderen Anwendungen bekommen unnötig mehr Druck als nötig.

Je nachdem wie kritisch der Prozess ist kann unter Umständen durch «ausprobieren» der minimale Netzdruck ermittelt werden. Der Netzdruck wird dabei jede Woche 0.1 bar reduziert, bis es sich in irgendeiner Form negativ bemerkbar macht. Ist das der Fall, wird der Druck umgehend wieder um 0.2 bar erhöht - das ist dann der neue Netzdruck.

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt Nr. 26: Druckluft-Kompressoren.